Geschichte_

Die Entwicklung des Freiburger Kreis

Entstehung und Ausrichtung

1974 schlossen sich in Freiburg 23 größere Sportvereine mit dem Ziel zusammen, Seminare in eigener Regie durchzuführen und damit eine Angebotslücke des Deutschen Sportbundes zu schließen. Die Selbsthilfe wurde rasch ausgedehnt auf unbürokratisches Angehen von Problemen der großen Vereine, für die man bei den Verbänden und Bünden keine Ansprechpartner fand. Nach dem ersten Jahrzehnt seiner Arbeit fand der Freiburger Kreis Anerkennung als Arbeitsgemeinschaft auch beim Deutschen Sportbund.

In den ersten Jahrzehnten konnten viele Lösungshilfen für Aufgaben gefunden und Denkanstöße für Probleme gegeben werden. So sind zu nennen:
• Modernisierung der Verwaltung des Vereins
• Dynamische Beitragsanpassung
• Verbesserung der Sportförderung
• Entschuldung der Vereine mit eigenen Anlagen
• Verbesserung der Übungsleiterausbildung
• Beteiligung der Versicherungsträger an sozialen Aktionen der Vereine

Der Freiburger Kreis ist unabhängig von Landessportbünden und Fachverbänden und verbindet als al-leinige Organisation Sportvereine aus allen Bundesländern direkt miteinander. Durch seinen Vorstand und Beirat, seine Vereine und Experten ist er für seine Mitglieder Dienstleister nach innen und Interes-sensvertreter nach außen. Wichtig ist außerdem die Funktion der Freiburger Kreis-Vereine als Arbeitgeber.

Die Zahl der Mitgliedsvereine ist ständig gestiegen: Derzeit sind ca. 190 Vereine mit mehr als 1 Million Sporttreibenden im Freiburger Kreis vertreten.

Noch immer trifft der Freiburger Kreis auf ungebrochene Resonanz: Auch wenn einige Landessport-bünde auf die Bedürfnisse großer Vereine heute mehr eingehen, kommen immer wieder aktuelle Themen hinzu, die Erfahrungen und Fortbildung erfordern.

Die Mitgliederzeitschrift FK-Info ergänzt die Treffen und dient als kompakte Informationsquelle für die Vereine; wie auch die Homepage. Erfahrungsaustausch findet auch durch den E-Mail-Verteiler für An-fragen und die geschlossene Facebook-Gruppe für Nachwuchsführungskräfte statt.

Der Erfahrungsaustausch ist besonders wichtig; durch die räumliche Entfernung zwischen den Sport-vereinen kommt Konkurrenzdenken gar nicht erst auf. Mehrtägige Frühjahrs- und Herbstseminare, Ta-gesseminare und Workshops zu u.a. Gebäudemanagement, Prävention und Rehabilitation, Kommunal-arbeit oder Recht bilden die Mitgliedsvereine fort; eine besondere Rolle nimmt die Weiterbildung der Nachwuchskräfte ein. Auf speziellen Veranstaltungen für Studioleitungen, Sportliche Leiter, Leiter von Sportkindergärten oder für Verantwortliche für Finanzen tauschen die Vereinsmitarbeiter ihr Wissen aus.

Aufgaben und Grundsätze der Mitgliedsvereine

Die Mitgliedsvereine im Freiburger Kreis kennzeichnen folgende Kriterien:
• Gemeinnützigkeit
• mindestens 3.000 Mitglieder
• hauptamtliche Mitarbeiter/innen
• oder vereinseigene Sportanlagen

An folgenden Grundsätzen orientieren sich die Mitgliedsvereine:
• Verwaltung und Sportbetrieb in professioneller Zusammenarbeit von Ehrenamt und Hauptamt auf der Basis moderner Führungsgrundsätze
• gegenseitige Unterstützung durch regelmäßigen und intensiven Austausch zu grundlegenden Ange-legenheiten, konkreten Einzelfragen und praktischen Erfahrungen
• Orientierung an einem Qualitätsmanagement
• innovative Angebote für Spiel, Sport und Bewegung mit beispielgebenden Aktivitäten
• neue Wege der Sportvereinsverwaltung und Organisation

GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG

Politikberatung und Interessenvertretung
Die gesundheits- und sozialpolitische sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Sports wächst auf natio-naler wie europäischer Ebene. Der Freiburger Kreis beobachtet die Entwicklung systematisch und nimmt Einfluss, um die Interessen des Sports zu vertreten. Der Vorstand informiert und berät die poli-tisch Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene in sportpolitischen Fragen, erarbeitet Stellung-nahmen und ergreift die erforderlichen Initiativen, um Entscheidungen herbeizuführen. Auf der kommunalen Ebene übernehmen die Vereine diese Aufgaben selbst und werden dabei vom Freiburger Kreis unterstützt.

Netzwerk und Zusammenarbeit
Der Freiburger Kreis pflegt die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und sei-nen Mitgliedsorganisationen. Er vereinbart Kontakte mit anderen Institutionen aus verschiedenen gesell-schaftlichen Bereichen, z. B. mit kommunalen Spitzenverbänden, Kirchen sowie Organisationen aus Bildung, Kultur und Wissenschaft. Das Ziel ist dabei, gesellschaftliche Entwicklungen zu erörtern und Kooperationen zu schließen, um die Bedeutung des Sports und seiner Vereine in allen Gesellschaftsbe-reichen bewusst zu machen.

Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor
Über die Mitgliedsvereine hat der Freiburger Kreis Einfluss auf viele örtliche Sportstätten, die von den Vereinen unterhalten und von den Kommunen oft mitgenutzt werden. Der Freiburger Kreis ist nicht nur deswegen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Er versammelt über seine Mitgliedsvereine außerdem viele Arbeitnehmer/innen und Auszubildende in seinem Einflussbereich. Über Umfragen z. B. zu Ge-haltsstrukturen des hauptamtlichen Personals gibt er den Mitgliedsvereinen praktische Instrumente für den Vereinsalltag an die Hand. Vor allem jedoch engagiert er sich in der Fort- und Weiterbildung. Ferner bekennt sich der Freiburger Kreis zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung und setzt diese Ziele durch seine Mitgliedsvereine um.

Diversität und Bildung
Der Freiburger Kreis begreift Vielfalt als Bereicherung und Entwicklungschance: Die Angebote orientie-ren sich an den vielfältigen Erscheinungsformen des Sports, richten sich an alle und grenzen auf der Basis der gemeinsamen Werte niemanden aus. Der Freiburger Kreis bekämpft über seine Mitgliedsver-eine jegliche Form von Diskriminierung, Rassismus und sexualisierter Gewalt. Die Angebote gehen von einem ganzheitlichen Bildungsverständnis aus und vermitteln personale, soziale und methodische Kom-petenzen durch Spiel, Sport und Bewegung. Zu den Zielen des Freiburger Kreises gehören die Erzie-hung der Kinder und Jugendlichen sowie die Vermittlung von grundlegenden Werten wie Fairness, Tole-ranz und Respekt. Bedrohungen des Sports durch Manipulationen jedweder Art stellt sich der Freiburger Kreis entschieden entgegen.

Kooperation und Engagement
Der Freiburger Kreis ist überzeugt: Eine lebenswerte Zukunft für alle ist ohne zivilgesellschaftliches En-gagement nicht möglich, deswegen bieten seine Mitgliedsvereine allen Interessierten vielfältige Mög-lichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Daher fühlt er sich verpflichtet, ehrenamtliche Mitarbeiter durch Qualifizierungsmaßnahmen ebenso zu fördern hauptamtliche.

Vordenker
Die Gründungsinitiatoren Dr. Heinz Mörder (1. Vorsitzender) und Rolf Noess (Geschäftsführender Vor-sitzender), beide Freiburg, waren in den siebziger und achtziger Jahren tätig.
Alexander Pfeiffer, Darmstadt, war von 1987 bis 1997 1. Vorsitzender. Bodo Bollmann, Dortmund, folg-te ihm von 1997 bis 2003. Silvia Glander, Ratingen, hatte das Amt der 1. Vorsitzenden von 2003 bis 2011 inne, nach ihr kam Wolfgang Heuckmann, Paderborn, von 2011 bis 2017.

Seit dem Frühjahrsseminar 2017 ist Boris Schmidt, Hamburg, Vorstandsvorsitzender. Dieser, der stell-vertretende Vorsitzende und bis zu fünf Vorstandsmitglieder bilden den Vorstand. Die Geschäftsführerin erledigt die Verwaltungsaufgaben, organisiert die Seminare und erstellt das FK-Info. Ehren- und haupt-amtliche Vereinspraktiker bringen ihre Erfahrungen ein.

Beiräte und Referenten aus vielfältigen Sportbereichen, auch mit privatwirtschaftlichem, wissenschaftli-chem und politischem Hintergrund, tragen von Anfang an wesentlich zum innovativen Handeln bei.