Rückblick auf das Herbstseminar 2025
Mehr als Mitgliedsbeiträge

- 11.11.2025, 15:53
Während des Herbstseminars vom 25. bis 27. September stand das Kongresszentrum in Bamberg ganz im Zeichen der Finanzierung und der Fragestellung, wie Sportvereine neben Mitgliedsbeiträgen moderne Vereinsfinanzierung praktizieren können.
Mehr als 160 Teilnehmende aus fast allen Bundesländern folgten der Einladung und diskutierten über wichtige Fragen: Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es neben den Mitgliedsbeiträgen? Was ist Fundraising und hat mein Verein die Expertise, um dieses zu betreiben?
Nach der Eröffnung durch Clemens Löcke, startete Dr. Alexander Kiel mit dem Spotlight, welches eine kurze Übersicht über die anwesenden Vereine und deren Mitgliedseinnahmen hinsichtlich Sponsorings geben sollte. Dadurch erfuhren wir, dass zu diesem Seminar knapp 20 Vereine erstmalig bei einem Seminar teilgenommen hatten. Neben der gesamten Besucherzahl zeigt auch dieser Aspekt, dass das Thema den Mitgliedern sehr am Herzen liegt.
Im Anschluss informierte FK-Vorstandsvorsitzender Boris Schmidt über die Ergänzung des Vorstandes mit Kristin Erven von der Sportgemeinschaft Langenfeld 92/72 e. V. und Sven Lommatzsch von der Turnerschaft Jahn München von 1887 e. V. und die Änderungen in der Geschäftsstelle, die nun besetzt ist mit Tobias Grüning und Sebastian Töpler. Nach seiner Einführung ins Thema begrüßten der 2. Bürgermeister der Stadt Bamberg, Herr Jonas Glüsenkamp, die Gäste in der UNESCO-Welterbestadt sowie Christian Röckelein als 1. Vorsitzender des gastgebenden Vereins MTV 1882 Bamberg e. V.
Podiumsdiskussion zum Thema „Die deutschen Sportvereine und ihre Bedeutung für gesellschaftliche Stabilität, Solidarität und Demokratie“
Der erste Höhepunkt des Seminars war die Podiumsdiskussion mit Dr. Babette Kibele, Abteilungsleiterin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, Jörg Ammon, Präsident des BLSV, Boris Schmidt, Vorstandsvorsitzender Freiburger Kreis und Nina Reip, Referentin für Demokratieförderung im und durch Sport beim DOSB. Die Teilnehmer waren sich in der Diskussion einig, dass die deutsche Sportlandschaft mit ihren Vereinen eine hohe Bedeutung für die Demokratie, die Solidarität aber auch für die gesellschaftliche Stabilität hat.
Vortrag Prof. Dr. Tom Neukirchen: Fundraising – Spenden und Sport – passt das zusammen?
Am Ende des ersten Seminartages ging es um das Thema Fundraising und was es bedarf, damit jeder Verein mit dieser Finanzierungsmöglichkeit Erfolge erzielen kann. Neben vielen Tipps und Hinweisen für eine optimale Vorbereitung blieb besonders ein kurzer, aber prägnanter Satz bei allen Teilnehmern im Kopf: „Von nichts kommt nichts“. Dieses Motto passt in vielerlei Hinsicht, jedoch zeigt besonders die Thematik des Fundraisings, dass diese Worte mit Leben gefüllt werden müssen.
Bevor jedoch der Seminartag offiziell beendet wurde, galt es noch den, vom Frühjahrsseminar verschobenen Innovationspreis zu vergeben. Unter den Bewerbern konnte sich die Freiburger Turnerschaft von 1844 e. V. mit seinem „Skillpark“ den mit 5.000 € dotierten Preis sichern. Die Laudatio übernahm das Jurymitglied Prof. Dr. Gerhard Nowak von der IST Hochschule für Management.
Den Abend verbrachten alle im Brauhaus Zum Sternla mit anregenden Gesprächen.
Vortrag Hermann Köck: Banken finanzieren Sportstätten
Der zweite Seminartag startete mit dem Vortrag des Vorstandsmitglieds der Sparkasse Hanau, Hermann Köck, der das Thema Sportstättenfinanzierung durch Banken am Beispiel der Turngemeinde 1837 Hanau a. V. veranschaulichte. Des Weiteren wurden die Punkte der Grundschuld, der Kreditwürdigkeit sowie das Rating und die kommunale Bürgschaft besprochen. Der Vortrag wurde von Peter Röckelein, Ehrenvorsitzender des MTV Bamberg, mit seinen Erfahrungen durch unterschiedliche eigene Bauvorhaben erweitert.
Best Practice der FK-Vereine
Wie auch in den Jahren zuvor zeigten die Freiburger Kreis-Vereine einmal mehr ihre innovativen und kreativen Ideen zu den Themen Sponsoring, GmbHs in Vereinen, Stiftungen, Spendenkampagnen und E-Lademöglichkeiten. So konnte das Plenum durch konkrete Beispiele aus den Vereinen über Finanzierungsmöglichkeiten wie der Vergabe der Namensrechte mittels Sponsorings oder die Gründung von gUG im Verein neue Ideen mitnehmen.
Zu Gast beim Best Practice waren:
- Veit Hesse vom MTV München von 1879 – Namenssponsoring Sportstätte
- Tanja Finken von der TG 1837 Hanau – Auslöser für Sponsoringeinnahmen
- Jonathan Lorenz vom TV 1848 Erlangen – Aufbau strukturiertes Sponsoring
- Patrick Busse vom TV Lemgo von 1863 – Sponsoringerfolge trotz BuLi-Konkurrenz
- Tobias Hartrich von Eintracht Hildesheim von 1861 – gUGs im Verein
- Jörg Bergner vom TV 1848 Erlangen – Stiftung zum 100-Jahr-Jubiläum
- Pierre Precht vom TV Fürth von 1860 – Bausteine für den neuen Campus
- Björn Bartnik und Manuel Schöpf vom TSV 1847 Weilheim – Spendengala für die neue Sporthalle
- Elmshorner MTV 1860 – Kooperation mit Stadtwerken
Der Nachmittag des zweiten Seminartages war durch aktives Mitmachen geprägt. So konnten die Teilnehmer ihre Fragen und Ideen in den Arbeitsgruppen „Einnahmen aus Vereinsleistungen“, gestaltet von Prof. Dr. Ronald Wadsack, „Rechtsformen im Vergleich“ mit Timo Lienig und „Augenhöhe statt Bittsteller – Erfolgreiches Sponsoring für Vereine“ mit Maximilian Madeja einbringen.
Infobörse
Den dritten und letzten Tag eröffnete Dr. Alexander Kiel mit der Infobörse, in der verschiedene Vereine wieder die Möglichkeit hatten, über besondere Projekte zu berichten. Neben dem angeschafften Foodtruck vom Brühler TV gab auch der Walddörfer SV einen Überblick über den aktuellen Stand ihres Bauprojektes. Ergänzt wurden die Themen durch Präsentationen über das Projekt der Leistungsförderung vom TSC Eintracht Dortmund, den Schulsportlehrern des TSG Seckenheim und die Entstehung des Mountainbike-Trails vom TV Lemgo. Das Pilotprojekt „Bewegte OGS-Trägerschaft“, das Funnelmarketing von TV Jahn Rheine sowie die FK-Regionalgruppe NRW komplettierten die Vorträge.
FK-Intern
Beim FK-Intern, der ebenfalls von Dr. Alexander Kiel moderiert wurde, berichteten Teilnehmer aus den Parallelseminaren für Nachwuchskräfte und Studioleitungen.
Vortrag Horst Lienig: „Das Finanzamt hält die Hand auf – Was bleibt übrig aus den Einnahmen aus Vereinsleistungen und Sponsoring“
Den letzten Vortrag übernahm traditionell Horst Lienig und zeigte den Teilnehmern die Chancen, aber auch Risiken von alternativen Einnahmequellen auf. So bedarf es Vorsicht unter anderem beim Thema Mehrwertsteuer und Einnahmen in Kombination mit der Gemeinnützigkeit.
Den Abschluss des Seminars bildete FK-Vorstandsvorsitzender Boris Schmidt mit seiner persönlichen Seminarzusammenfassung. Aus seiner Sicht war das sehr gut besuchte Seminar mit seinen Referenten, den Örtlichkeiten, aber nicht zuletzt mit der Gesamtheit aller einzelnen Facetten eine runde Sache.
Besonderer Dank ging auch an dieser Stelle an den ausrichtenden Verein, den MTV Bamberg, der mit Food-Trucks, den Padel-Courts sowie einem vielfältigen Rahmenprogramm am Freitagabend eine großartige Atmosphäre geschaffen hat.
Das nächste Frühjahrsseminar findet vom 16. bis zum 18. April 2026 in Berlin zum Thema „Mitarbeitergewinnung im Sportverein: Vom Recruiting bis zur etablierten Fachkraft“ statt. Ausrichtender Verein ist der SC Siemensstadt Berlin. Der Freiburger Kreis freut sich wieder auf eine rege Teilnahme, viele interessante Gespräche und beispielhafte Projekte aus den FK-Vereinen.
Fabian Grüning



