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Aktueller Themenstrauß beim FK-Herbstseminar in Hildesheim
vom 13. bis 15. Oktober
von Hans-Peter Seubert
„Integration
und Inklusion im Sportverein“. Das Leitmotiv des Herbstseminars
des Freiburger Kreises (FK) vom 13. bis
15. Oktober in Hildesheim (Van der Valk Hotel, siehe Foto) bietet reichlich Informations-
und Diskussionsstoff. Der Sport und die
Vereine offerieren vielfältige Angebote
für die individuelle Entwicklung und soziales Lernen. Wolfgang Heuckmann
(Paderborn): „Wir wollen uns in diesem Seminar mit drei Personengruppen
beschäftigen, denen es aus unterschiedlichen Gründen nicht gelungen ist, am
Sport im Sportverein gleichberechtigt mit anderen teilzunehmen, und aufzeigen,
welche Möglichkeiten und Grenzen es in der Integration und Inklusion (Teilhabe, unter normalen Wettbewerbs-Bedingungen) gibt.“ Der neue Vorsitzende des FK, der
Arbeitsgemeinschaft größerer deutscher Sportvereine, (163 Mitglieder)
untermauert das mit Zahlen: Fast 16 Millionen Menschen mit
Migrationshintergrund leben in Deutschland - ein Großteil wurde geräuschlos
integriert. Mädchen und Frauen nutzen immer noch nicht die Möglichkeiten, durch
und im Sport, am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilzunehmen.
Heuckmann: „In Deutschland leben 1,6 Millionen Kinder bis 14 Jahren in
Familien, die Leistungen nach Hartz IV beziehen; unbekannt ist die Anzahl der
Menschen, die in nicht ausreichenden sozioökonomischen und bildungsfernen
Verhältnissen leben und den Weg zum Sportverein nicht gefunden haben.“
Menschen mit
Behinderungen - 8,7 Millionen hierzulande - wird durch staatliche Leistungen
das Leben in der Gesellschaft erleichtert. Heuckmann: „Diese Hilfen reichen
aber bei weitem nicht aus. Der Sport kann vielen Behinderten das Gefühl
vermitteln, dazu zu gehören.“ Der Inklusionsansatz fordert einen Veränderungsprozess
auf der institutionellen Ebene. „Außerdem muss es spezifische Sportangebote für
Menschen mit Behinderung in geschützten Räumen geben.“
In der Wirtschaft wird diskutiert, soziale Vielfalt
konstruktiv nutzen. Auch ein Sportverein toleriert nicht nur die individuellen
Verschiedenheiten, Alter, Geschlecht, Behinderung, ethnische Herkunft,
Religion, sexuelle Orientierung und Lebensstil, sondern er bringt ihnen
positive Wertschätzung entgegen, um Diskriminierung zu verhindern und Chancengleichheit zu verbessern.
Heuckmann: „Dabei steht nicht die Minderheit im Mittelpunkt, sondern die
Gesamtheit der Mitglieder.“
Der
Freitag startet mit dem Impulsreferat um 9.30 Uhr mit Professor Ulrike Burrmann
(Dortmund) „Integrationspotenziale des vereinsorganisierten Sports“. Integration
und Inklusion lotet danach die Podiumsdiskussion mit Bundespolitikern aller
Parteien aus. Moderation: Clemens Löcke. Um 14.30 Uhr geht es um „Inklusion von
Menschen mit Behinderung im Sportverein“. Referentin Professor Heike Tiemann
(Ludwigsburg). Um 16.15 Uhr beleuchtet Aygül Özkan, Niedersachsens Ministerin
für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration „Integration durch
Sport“. Finanzminister Hartmut Möllring, Präsident von Eintracht Hildesheim,
führt in das Thema ein. Um 17 Uhr widmet sich Dr. Ulf Gebken (Oldenburg) der „Integration
von Menschen aus finanzschwachen Verhältnissen.“
Mit sechs
Foren am Samstag betritt die Regie Neuland. Wolfgang Heuckmann: „Damit zwei verschiedene Foren besucht werden
können, werden alle sechs von 11.30 bis 12.45 Uhr und 12.45 bis 14 Uhr
angeboten.“ Zu den Themen: „Spin – sport interkulturell“ ist ein Projekt der
Stiftung Mercator, der Heinz Nixdorf Stiftung und der Sportjugend NRW in
Kooperation mit dem Bundesamt für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des
Landes NRW. Aufgrund der guten Evaluationsergebnisse wurde es erweitert. Ein
Schwerpunkt liegt auf der Kooperation von Schulen und Sportvereinen,
Lernferiencamps und der Entwicklung neuer Mitgliedschaftsmodelle zwischen
Schulen und Sportvereinen.
„Jetst! -
Junges Engagement im Sport“ ist ein Projekt der Deutschen Sportjugend zur
Stärkung des Engagements von jungen Menschen in besonderen Lebenslagen im und
durch den Sport. Es eröffnet chancengleiche Zugänge zum Engagement im Sport
für den Nachwuchs.
Praxisbeispiele
für Inklusion im Sport stellt die Integrationsabteilung der TSG Bergedorf für Menschen mit geistiger und körperlicher
Beeinträchtigung in den Mittelpunkt. 2010 feierte sie 25. Geburtstag. Deren
Angebot umfasst Freizeit- und Wettkampfsport, Jugendreisen und Jugendzeltlager
und richtet sich an Jugendliche ohne und mit geistiger und
Mehrfachbeeinträchtigung.
BIG steht für
Bewegung als Investition in Gesundheit. Das Projekt hat das Ziel, die Chancen
von Frauen in schwierigen Lebenslagen zu verbessern.
Mädchen kicken
mit: Vor elf Jahren startete in Oldenburg ein Projekt zur sozialen Integration
von Mädchen durch Fußball. Um Mädchen mit Migrationshintergrund für den Sport
zu begeistern, initiierte eine Forschungsgruppe um Dr. Ulf Gebken Mädchenfußball-AGs
an mit Erfolg Grundschulen.
Integration
von Kindern und Jugendlichen aus finanzschwachen Familien, hier sammelt der TSV
Hochdahl seit 14 Jahren Erfahrungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit
(Integrationsarbeit). 70 Prozent der Besucher der Offenen Tür (Kinder- und
Jugend-Zentrum des TSV Hochdahl) haben einen Migrationshintergrund. Den
Stadtteil Erkrath Hochdahl charakterisiert ein hoher Aussiedler- und Ausländeranteil
bei den Jugendlichen. 2005 wurde der TSV Hochdahl für seine vorbildliche
"Integrationsarbeit im Sport" bundesweit mit dem „Goldenen Stern des
Sports“ ausgezeichnet.
Am
Samstag öffnet um 9 Uhr zunächst die FK- Info-Börse, moderiert von FK-Vize
Frank Kunert (Oldenburg). Themen sind Bildungs- und Teilhabe-Paket, sowie sexualisierte
Gewalt,
Dritter
zentraler Baustein des Seminars ist schon am Donnerstag (16 Uhr) der
QM-Workshop: Der FK-Vorstand hat 2000 in Dresden das Handbuch „Qualitätsmanagement“
vorgestellt. Vereine nutzen mehr oder weniger intensiv diese Managementhilfe.
Seither haben sie sich in ihrer Struktur, Angebotsvielfalt, Größe und im
Finanzrahmen weiterentwickelt. Auch Rahmenbedingungen haben sich geändert.
Aktualisierung und Überarbeitung des Handbuchs tun Not. Im Workshop
wird diese am Kapitel 7 „Infrastruktur“ aufgezeigt. Per Metaplantechnik werden
Änderungen und Neuerungen gemeinsam erarbeitet. Moderator ist der neue FK-Vize
Jörg Bergner (Erlangen). Das QM-Handbuch
wird als Daten-CD verteilt.
Um 18 Uhr dreht sich das Sportpolitische Forum um „Kommunale Förderung von
Sport und Kultur“. Die Moderation hat die ehemalige FK-Vorsitzende: Silvia
Glander (Ratingen). Der FK-Talk (19 Uhr) bewegt das Thema: Ehrenamt – wie lange
noch? Moderation FK-Vize Ralf Kamp (Rheine).
Nach der Tagespflicht sind Gedankenaustausch und
Entspannung angesagt Am Donnerstagabend (20 Uhr) beim gemütlichen Treff im „Knochenhauer
Amtshaus“, am Freitagabend 20 Uhr bei der Abendveranstaltung der Eintracht
Hildesheim im „Balance“. Beim dreitägigen Seminar präsentieren ein
halbes Dutzend Firmen-Partner und Sponsoren ihre Produkte und bieten eine
Plattform für Informationsgespräche.
An dem Freiburger Kreis Seminar können nur Mitgliedsvereine teilenehmen.
Alle Vereine erhalten die Seminarinfos auf dem Postweg und per Email.
Gern steht die Geschäftsstelle für weitere Fragen zur Verfügung.
Programm Seminar Hildesheim 2011 (128 KB)
Inhalt Seminar Hildesheim 2011 (176 KB)
TN Info Seminar Hildesheim 2011 (160 KB)
Einladung Seminar Hildesheim 2011 (130.11 KB)
Anmeldeformular Seminar Hildesheim 2011 (96 KB)
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