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Eintracht Hildesheim, Gastgeber des
Herbstseminars,
pflegt den Spagat zwischen Breiten- und
Spitzensport
von Hans-Peter Seubert
„Sport für die ganze Familie“. Eintrcht Hildesheim, Gastgeber des Herbstseminars des Freiburger Kreises (FK), lebt dieses Leitmotiv offensiv und
kreativ. Der Traditionsclub, der heuer 150. Geburtstag feiert, ist mit diesem
Leitbild gut gefahren. Geschäftsführer Hans Roths betont auch andere
Komponenten der Sportentwicklung: „Wir versuchen den Spagat zwischen
Hauptamtlichkeit und Ehrenamt. Ohne das Ehrenamt wäre ein Verein dieser Größe
auch nicht zu führen.“ Und die Regie begreift Breiten- und Gesundheitssport
sowie Wettkampf- und Spitzensport als Arbeitsauftrag, die es zu pflegen gilt.
Stetes Wachstum auf
unterschiedlichen Feldern signalisiert: der Kurs stimmt. Mit derzeit 7900
Mitgliedern (Roths: „Im Herbst werden wir wohl 8000 haben“) ist die Eintracht
der drittgrößte Sportverein Niedersachsens nach ASC Göttingen und OSC Osnabrück
und der größte in Hildesheim (100 000 Einwohner) sowie im Kreis Hildesheim.
Roths: „Auch im Kreis haben wir viele Mitglieder.“ Zugleich auch der größte
Sportverein Deutschlands, der keine Fußballabteilung hat.
In 19 Abteilungen wirken etwa 200 Übungsleiter.
48 Hauptamtliche halten Sport- und Geschäftsbetrieb am Laufen. 6000 Menschen
werden pro Woche bewegt - vom Babyschwimmen bis zum Seniorensport. Sie schätzen
neben der sportlichen Kompetenz das familiäre Vereinsklima, trotz der Vielfalt.
Eintracht Hildesheim belegt neben den eigenen großzügigen und modernen
Sportanlagen über 30 Sportstätten im Stadtgebiet. Der Großverein betreibt seit
zehn Jahren das städtische Hallenbad. Roths: „Der Pachtvertrag ist allerdings
zum Jahresende gekündigt. Danach wird europaweit ausgeschrieben.“ Da man im
Schwimmen und Wassersport einen Schwerpunkt setzt, sind zusätzliche
Wasserflächen - Uni-Bad, Kliniken,
private Bäder – angemietet, um Angebote und Nachfrage zu befriedigen.
Wert legt Eintracht Hildesheim auch
auf Nachwuchspflege und Jugendarbeit, die in vielen Abteilungen großzügig mit
qualifizierten Trainern und finanzieller Hilfe sowie Projekten gefördert wird.
Der Verein bietet 30 Krippen- und 20 Hortplätze an und betreut im offenen
Ganztag drei Grundschulen. Die Ansprüche der Jugendlichen bedient er mit
Trendsportarten wie Tricking, Parcours oder Breakdance. Ausgebaut wurde der
Sektor Reha-Sport beim Nachwuchs, zum Beispiel für Behinderte oder Übergewichtige. Hans Roths: „Groß ist die
Nachfrage im Gesundheitssport.“ Dort beschreitet der moderne Großverein bei der
wachsenden Zielgruppe der Senioren neue
Wege. Mit der Volksbank Hildesheimer Börde kooperiert die Eintracht bei der
Veranstaltung von Freizeitangeboten und einem Reiseprogramm. Roths: „Das wird
sehr gut angenommen.“
Finanziell sieht der
Geschäftsführer den Club gut aufgestellt. Roths: „Die Leute, die bei uns Sport
treiben, müssen auch Mitglieder sein.“ Und eine gesunde Zahlungsmoral haben:
Der Kernbeitrag von 13 Euro decke etwa 80 Prozent des Etats. 20 Prozent fließen
dank Sponsoren und lebendiger Projektarbeit (Integration, Inklusion) etwa mit
dem Landesportbund Niedersachsen und der Sportjugend, was Zuschüsse beschert.
Im Spitzensport schaffte die erste
Männer-Mannschaft in der Saison 2011/2012 den Sprung in die
Handball-Bundesliga. Der direkte Aufstieg glückte mit knappem Vorsprung
vor der GWD Minden. Zum vierten Mal wagt die Abteilung das Abenteuer
Erste Liga. Dreimal zuvor für
jeweils ein Jahr - zuletzt in der Saison 2006/07. Roths und die
Vereinsregie um
den Präsidenten Hartmut Möllring, zugleich Niedersachsens
Finanzminister,
wissen um den wirtschaftlichen Kraftakt und die Risiken im Profisport.
Roths:
„Die erste Mannschaft ist als GmbH ausgegliedert - aus steuerlichen
Gründen.
Sonst verlieren wir unsere Gemeinnützigkeit.“ Auch im Judo
(Landesstützpunkt
für die Jugend), wo eine Kooperation mit zwei weiteren Clubs greift, in
der
Leichtathletik (Mittel und Langstrecken beim Nachwuchs), im American
Football
(Regionalliga), sowie beim Schwimm-Nachwuchs ist Eintracht Hildesheim
eine gute Adresse.
Zur Geschichte: MTV Eintracht
Hildesheim wurde am 19. Juli 1861 von Männern, die vorher Mitglieder des MTV
von 1848 waren, gegründet. Neben Turnen gab es von Beginn an die
Fechtabteilung. Zunächst wurde in der früheren Reithalle am Ratsbauhof - für
1000 Goldmark zur Turnhalle umgebaut – geturnt. 1927 folgte die erste
Freianlage. Diese wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Am 1. September 1948 übernahm
die Eintracht den Platz des VfB Hildesheim. Diese Heimstatt wurde zum
modernsten Sportzentrum der Region ausgebaut. Die Einweihung des Bewegungszentrums
„Balance“ 1996, für Fitness- und Kindersport, unterstrich die Innovationskraft.
Zum Sportzentrum gehören Clubheim, Gaststätte, Kegelbahnen, Tennisplätze, eine
Kampfsporthalle, das Leichtathletik-Stadion mit 400 m-Kunststoffbahn, Rasen-
und Kunststoffplätze. Vereinseigene Liegenschaften sind ein Kunstrasenplatz
(Hockey), 15 Tennisplätze und eine Dreifeld-Tennishalle. das Bewegungszentrum
Smile und drei Club-Gaststätten. Roths: „Wir haben viele Außenanlagen.“
Zur Historie gehört die
Gründungsmitgliedschaft im Freiburger Kreis vor knapp 40 Jahren - betrieben von
Ralph Singelmann, früher zweiter Vorsitzender des FK . Das 150. Jubiläum nutzt
Eintracht Hildesheim, die Arbeitsgemeinschaft größerer deutscher Sportvereine
am Freitagabend (14. Oktober) mit dem Sportpreis „Balance“ auszuzeichnen. Das
Prädikat, zum 15. Mal verliehen und bei der Eröffnung des Sportzentrums
„Balance“ 1996 aus der Taufe gehoben, stellt Menschen und Institutionen heraus,
die den Verein in seiner Sportentwicklung unterstützen. www.eintracht-hildesheim.de.
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