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September 2005 in Weiden
Das Herbstseminar fand in diesem Jahr in Weiden in der Obepfalz bei der DJK Weiden statt. Das Thema lautete "Erfolgreiche Vereinsführung - Verwalten oder gestalten?" und hatte sich dem Thema Führung mit unterschiedlichen Betrachtungswinkeln und modernen Methoden genähert.


Hier der Pressetext zum Seminar:

"Wir sind eine lernende Organisation"

FK Herbstseminar in Weiden/Opf. bietet interessante Erkenntnisse zu den Themen Führen, Management und Leadership

„Wir stehen in einem unheimlichen Verdrängungswettbewerb. Wir müssen unsere strategischen Ziele und Methoden überdenken. Wir sind eine lernende Organisation.“ Wolfgang Heuckmann (Paderborn), zweiter Vorsitzender des Freiburger Kreises, brachte schon in der Einführung das Thema des Herbstseminars in Weiden auf den Punkt: „Erfolgereiche Vereinsführung - verwalten oder gestalten?“ Die Themen Management und Leadership standen beim dreitägigen Arbeitsgipfel in der Oberpfalz, den gut 100 Vertreter aus 54 der 170 Mitgliedsvereine besuchten, im Mittelpunkt der Vorträge und Arbeitskreise. Dabei wurde deutlich: Der Führungsstil in Sportvereinen verändert sich. Heuckmann: „Das patriarchische System ist out. Es ist ein biologischer Prozess.“
Die FK-Vereine haben sich dem veränderten Führungsstil, mit hauptamtlichen Kräften (Geschäftsführer, Sportmanager) längst angepasst. Nun geht es um Verfeinerungsprozesse und Effizienz sowie Transparenz und Harmonisierung von Haupt- und Ehrenamt. Dr. Sandra Rothenberger, vom Institut für strategische Unternehmensführung der Universität Innsbruck, beschrieb Management mit dem Begriff: „Dinge richtig tun.“ Leadership meint: „Menschen die Dinge richtig machen zu lassen.“ Heißt neue Möglichkeiten erkennen. Methoden fördern und fordern. Erfurcht vor den Menschen (Mitarbeitern) und Arbeit am System. Management betont dagegen die Arbeit im System: „Dinge und Menschen in Bewegung setzen.“
Führung und Führungsstil leben von klaren Zielen und Zielvereinbarungen. Dazu zählt Motivation ebenso wie Kontrolle der Ergebnisse. „Leadership ist die Fähigkeit, Menschen so zu begeistern, dass sie begeistert für Ziele arbeiten.“
Dabei spielt die Vision für die Wissenschaftlerin die zentrale Rolle. Studien beweisen, Unternehmen mit Visionen arbeiten zwölffach rentabler. Auch ein Sportverein schafft mit Visionen und Leitbildern Identifikation. „Definieren Sie Ihren Verein, betonte die Referentin. Kernauftrag, Kernprodukt (Angebot), Kernkompetenz und Kerndifferenzierung bilden die roten Fäden. „Führen heißt Führen lernen.“ Dabei ist auch der Führende stets ein Lernender. „Seien Sie kein Patriarch“.
Teamgeist (Mitarbeiter als Teil des Ganzen), Respekt vor der Leistung des anderen, aber auch ethische Reflexion zeichnen den Ersten unter Gleichen aus. „Werden Sie weitsichtig, schauen Sie über den Tellrand hinaus.“ Selbstreflexion schärft die richtigen Ziele und Entscheidungen. Doch bei allem Zusammenspiel mit den Mitarbeitern gibt es nicht delegierbare Führungsaufgaben. Vor allem bei der strategischen Ausrichtung und Entscheidung. „Man kann Führungsqualitäten nur zu einem gewissen Teil erlernen. Es gibt sehr viele, die sich überschätzen“, weiß Sandra Rothenberger aus reichlich Untersuchungen. Im Verein offenbart sich zudem das Dilemma, dass sich Haupt- und Ehrenamt oft gegenseitig behindern. Um so wichtiger wird es, Aufgaben, Kompetenzen, Ziele und Entscheidungsbereiche abzugrenzen.
Dietmar Meder, stellvertretender Werksleiter im Werk Düsseldorf der DaimlerChrysler AG und verantwortlicher Personalchef dort, setzte sich mit der Qualität von Führungspersönlichkeiten auseinander: „Zum Manager kann man ernannt werden, doch zur Führungspersönlichkeit wird man erst in den Herzen der Mitarbeiter.“ Der Manager ist für ihn Unternehmer, Fachmann und Führungskraft, Er entwickelt Zielvorstellungen, trifft Entscheidungen, übernimmt Verantwortung, setzt Prioritäten und kontrolliert die Qualität.
„Sie können als Führungskraft nicht alles wissen und nicht alles erledigen.“ Führung verlangt Delegation, Vertrauen in die Mannschaft Selbstreflexion, Kommunikation von Zielen und Entscheidungsprozessen, aber auch – immer wichtiger und häufiger – Konfliktmanagement und -vermeidung. Abstimmungsprozesse, hohe Flexibilität, Eigenverantwortung und deren Förderung, sowie Eigenwahrnehmung zählt der Wirtschaftsmanager auch im Sport zu Kernkompetenzen. Meder zitierte Goethe: „Freilich ist es nicht von Vorteil für die Herde, wenn der Schäfer ein Schaaf ist. Zwischen Leadership, Führung und Management zieht er keine scharfe Trennlinie. Und nicht alles lässt sich rational steuern. „Dann entscheidet doch der Bauch.“
Auch Meder sieht im Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt in Vereinen – hier Professionalität, dort die Freiwilligen – Reibungsverluste und Zündstoff. Neben einem transparenten Konzept heißt für ihn das wichtigstes Führungsgebot: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation.“
Silvia Glander (Ratingen), die Vorsitzende des Freiburger Kreises, unterstrich in der Diskussion: „Nicht die Hierarchie ist entscheidend, sondern die Führungs- und Sozialkompetenz.“ Im organisierten Sport mit seinen 90 000 Vereinen sind Führungsstrukturen immer noch unterentwickelt. „Es gibt ganz wenige Vereine, die hauptamtlich geführt werden, aber das wird der Weg in die Zukunft sein.“ Für die Großvereine des Freiburger Kreises. Ist Führungsmanagement zugleich Qualitätsmanagement. Als Dienstleister und Premium-Angebot im Freizeit- und Gesundheitssport. Wolfgang Heuckmann: „Das Schlechteste, was uns passieren kann, sind unzufriedene Mitglieder.
Bausteine des Seminars in Weiden waren darüber hinaus Balanced Scorecard: Führen mit Zahlen und Zielen (Controlling und Kennzahlen) sowie Rhetorik und Verhandlungstechniken. Diese Workshops betreute der Unternehmensberater Jochen Wolf (Mitglied im FK-Beirat). Das Thema Konflikte und Konfliktlösungen arbeitete Dietmar Meder auf. Aufmerksamkeit Interesse und Diskutierfreude der Vereinsvertreter in Weiden unterstrichen, dass der FK-Vorstand mit der Wahl der Themen und der Referenten einen guten Griff tat. Die DJK Weiden erwies sich im schmucken Kongresszentrum der oberpfälzischen Stadt als aufmerksamer Gastgeber

 

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