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Das Herbstseminar fand in diesem Jahr in Weiden in
der Obepfalz bei der DJK Weiden statt. Das Thema lautete "Erfolgreiche
Vereinsführung - Verwalten oder gestalten?" und hatte sich dem Thema
Führung mit unterschiedlichen Betrachtungswinkeln und modernen Methoden
genähert.
Hier der Pressetext zum Seminar:
"Wir sind eine lernende Organisation"
FK Herbstseminar in Weiden/Opf. bietet interessante Erkenntnisse zu den Themen Führen, Management und Leadership
„Wir stehen in einem unheimlichen Verdrängungswettbewerb. Wir müssen
unsere strategischen Ziele und Methoden überdenken. Wir sind eine
lernende Organisation.“ Wolfgang Heuckmann (Paderborn), zweiter
Vorsitzender des Freiburger Kreises, brachte schon in der Einführung
das Thema des Herbstseminars in Weiden auf den Punkt: „Erfolgereiche
Vereinsführung - verwalten oder gestalten?“ Die Themen Management und
Leadership standen beim dreitägigen Arbeitsgipfel in der Oberpfalz, den
gut 100 Vertreter aus 54 der 170 Mitgliedsvereine besuchten, im
Mittelpunkt der Vorträge und Arbeitskreise. Dabei wurde deutlich: Der
Führungsstil in Sportvereinen verändert sich. Heuckmann: „Das
patriarchische System ist out. Es ist ein biologischer Prozess.“
Die FK-Vereine haben sich dem veränderten Führungsstil, mit
hauptamtlichen Kräften (Geschäftsführer, Sportmanager) längst
angepasst. Nun geht es um Verfeinerungsprozesse und Effizienz sowie
Transparenz und Harmonisierung von Haupt- und Ehrenamt. Dr. Sandra
Rothenberger, vom Institut für strategische Unternehmensführung der
Universität Innsbruck, beschrieb Management mit dem Begriff: „Dinge
richtig tun.“ Leadership meint: „Menschen die Dinge richtig machen zu
lassen.“ Heißt neue Möglichkeiten erkennen. Methoden fördern und
fordern. Erfurcht vor den Menschen (Mitarbeitern) und Arbeit am System.
Management betont dagegen die Arbeit im System: „Dinge und Menschen in
Bewegung setzen.“
Führung und Führungsstil leben von klaren Zielen und
Zielvereinbarungen. Dazu zählt Motivation ebenso wie Kontrolle der
Ergebnisse. „Leadership ist die Fähigkeit, Menschen so zu begeistern,
dass sie begeistert für Ziele arbeiten.“
Dabei spielt die Vision für die Wissenschaftlerin die zentrale Rolle.
Studien beweisen, Unternehmen mit Visionen arbeiten zwölffach
rentabler. Auch ein Sportverein schafft mit Visionen und Leitbildern
Identifikation. „Definieren Sie Ihren Verein, betonte die Referentin.
Kernauftrag, Kernprodukt (Angebot), Kernkompetenz und
Kerndifferenzierung bilden die roten Fäden. „Führen heißt Führen
lernen.“ Dabei ist auch der Führende stets ein Lernender. „Seien Sie
kein Patriarch“.
Teamgeist (Mitarbeiter als Teil des Ganzen), Respekt vor der Leistung
des anderen, aber auch ethische Reflexion zeichnen den Ersten unter
Gleichen aus. „Werden Sie weitsichtig, schauen Sie über den Tellrand
hinaus.“ Selbstreflexion schärft die richtigen Ziele und
Entscheidungen. Doch bei allem Zusammenspiel mit den Mitarbeitern gibt
es nicht delegierbare Führungsaufgaben. Vor allem bei der strategischen
Ausrichtung und Entscheidung. „Man kann Führungsqualitäten nur zu einem
gewissen Teil erlernen. Es gibt sehr viele, die sich überschätzen“,
weiß Sandra Rothenberger aus reichlich Untersuchungen. Im Verein
offenbart sich zudem das Dilemma, dass sich Haupt- und Ehrenamt oft
gegenseitig behindern. Um so wichtiger wird es, Aufgaben, Kompetenzen,
Ziele und Entscheidungsbereiche abzugrenzen.
Dietmar Meder, stellvertretender Werksleiter im Werk Düsseldorf der
DaimlerChrysler AG und verantwortlicher Personalchef dort, setzte sich
mit der Qualität von Führungspersönlichkeiten auseinander: „Zum Manager
kann man ernannt werden, doch zur Führungspersönlichkeit wird man erst
in den Herzen der Mitarbeiter.“ Der Manager ist für ihn Unternehmer,
Fachmann und Führungskraft, Er entwickelt Zielvorstellungen, trifft
Entscheidungen, übernimmt Verantwortung, setzt Prioritäten und
kontrolliert die Qualität.
„Sie können als Führungskraft nicht alles wissen und nicht alles
erledigen.“ Führung verlangt Delegation, Vertrauen in die Mannschaft
Selbstreflexion, Kommunikation von Zielen und Entscheidungsprozessen,
aber auch – immer wichtiger und häufiger – Konfliktmanagement und
-vermeidung. Abstimmungsprozesse, hohe Flexibilität, Eigenverantwortung
und deren Förderung, sowie Eigenwahrnehmung zählt der
Wirtschaftsmanager auch im Sport zu Kernkompetenzen. Meder zitierte
Goethe: „Freilich ist es nicht von Vorteil für die Herde, wenn der
Schäfer ein Schaaf ist. Zwischen Leadership, Führung und Management
zieht er keine scharfe Trennlinie. Und nicht alles lässt sich rational
steuern. „Dann entscheidet doch der Bauch.“
Auch Meder sieht im Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt in Vereinen –
hier Professionalität, dort die Freiwilligen – Reibungsverluste und
Zündstoff. Neben einem transparenten Konzept heißt für ihn das
wichtigstes Führungsgebot: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation.“
Silvia Glander (Ratingen), die Vorsitzende des Freiburger Kreises,
unterstrich in der Diskussion: „Nicht die Hierarchie ist entscheidend,
sondern die Führungs- und Sozialkompetenz.“ Im organisierten Sport mit
seinen 90 000 Vereinen sind Führungsstrukturen immer noch
unterentwickelt. „Es gibt ganz wenige Vereine, die hauptamtlich geführt
werden, aber das wird der Weg in die Zukunft sein.“ Für die Großvereine
des Freiburger Kreises. Ist Führungsmanagement zugleich
Qualitätsmanagement. Als Dienstleister und Premium-Angebot im Freizeit-
und Gesundheitssport. Wolfgang Heuckmann: „Das Schlechteste, was uns
passieren kann, sind unzufriedene Mitglieder.
Bausteine des Seminars in Weiden waren darüber hinaus Balanced
Scorecard: Führen mit Zahlen und Zielen (Controlling und Kennzahlen)
sowie Rhetorik und Verhandlungstechniken. Diese Workshops betreute der
Unternehmensberater Jochen Wolf (Mitglied im FK-Beirat). Das Thema
Konflikte und Konfliktlösungen arbeitete Dietmar Meder auf.
Aufmerksamkeit Interesse und Diskutierfreude der Vereinsvertreter in
Weiden unterstrichen, dass der FK-Vorstand mit der Wahl der Themen und
der Referenten einen guten Griff tat. Die DJK Weiden erwies sich im
schmucken Kongresszentrum der oberpfälzischen Stadt als aufmerksamer
Gastgeber
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