|
"Entwicklungshilfe" in Bautzen |
|
Zweites informelles Treffen in den neuen Ländern dient auch der Mitgliederwerbung
Bautzen als Etappe für die Osterweiterung des Freiburger Kreises (FK).
Gastgeber MSV Bautzen 04 sorgte in der Kreissparkasse am 2. Juni für
ein gutes Arbeitsklima beim zweiten informellen Treffen mit Vereinen
aus den neuen Ländern. FK-Vorsitzende Silvia Glander: „Wir hatten viel
Raum für den Erfahrungsaustausch, der allen wichtig war.“ Vom
Freiburger Kreis waren Geschäftsführerin Doris Büttner, Beiratsmitglied
und Ostbeauftragter Alexander Pfeiffer und sowie Geschäftsführer Jochen
Michel von der TSG Rohrbach mit von der Partie.
Auf dem Jahresempfang 2007 der TSG Rohrbach in Heidelberg wurden die
ersten Kontakte der Arbeitsgemeinschaft größerer deutscher Sportvereine
geknüpft, um die Unterstützung in der Region um Bautzen und Dresden
anzubieten. Bautzen ist Partnerstadt von Heidelberg und Patenverein der
TSG Rohrbach.
Bereits auf der Klausurtagung im Dezember 2006 hatte der FK-Vorstand
eine Informationsveranstaltung in Sachsen ins Auge gefasst. Auf der
Mitgliederversammlung im April in Aurich 2007 wurden dann die
Beitrittsvoraussetzungen für Sportvereine aus den neuen Bundesländern
angepasst, und die Mitgliedszahl für diese Vereine von 2500 auf 1500
festgesetzt. Zur zweiten Veranstaltung in den neuen Bundesländern, im
vorigen Jahr war die IG Großsportvereine Gast des Stadtsportbundes in
Frankfurt/Oder, waren alle Vereine in Sachsen eingeladen, die über 1500
Mitglieder (LSB-Statistik) zählen - allerdings sind dies derzeit noch
nicht viele - dazu die Mitgliedsvereine. Erfreulich war, dass diese
(Falkensee, Dresden und Frankfurt/Oder) aus der praktischen Arbeit mit
dem Freiburger Kreis berichten konnten. Die Gastvereine aus Bautzen,
Dresden und Hoyerswerda (Riesa hatte kurzfristig wegen einer
Sportveranstaltung abgesagt) fanden so Gelegenheit, den Freiburger
Kreis inhaltlich kennen zu lernen.
Silvia Glanders Fazit: „Der Weg vom fast reinen Leistungssportdenken
zum Breiten- und Gesundheitssport und zum Mehrspartenverein ist nicht
einfach und auch noch nicht überall geschafft. Auch der erste
Generationswechsel in der ehrenamtlichen Vorstandsebene bereitet noch
viele Kopfschmerzen.“ Mit besonderer Sorge sehen die Ostvereine die
finanzielle Entwicklung. Sie vermissen die tatsächliche, langfristige
und verlässliche Unterstützung. Sie sind der Meinung, dass das
Bewusstsein, das künftig Geldmittel nicht mehr einfach zufließen und zu
Verfügung stehen, noch nicht überall verankert ist.
Die Bereitschaft der Menschen, für das Sporttreiben Geld auszugeben,
ist in Ostdeutschland noch gering. Ebenso fehlt fast überall die
Erkenntnis, dass Sport gleichrangig neben der Kunst ein Stück Kultur
ist. Ganz zu schweigen, von der Sozialarbeit, die in den Vereinen
geleistet wird. Hier sehen die Ostclubs noch einen langen, schwierigen
Weg vor sich. Ebenso ist die Bereitschaft zu Kooperationen und Fusionen
dort kaum ausgeprägt. Gute Beispiele gab es hier aus Frankfurt/Oder und
Bautzen. Das zur Zeit in den Westvereinen intensiv gepflegte Thema
„Integration“ war für die Gesprächspartner in den neuen Ländern nicht
so wichtig. Langfristig, so deren Ansicht, kann sich dies ändern,
derzeit jedoch gäbe es keinen Handlungsbedarf.
Nach diesem Erfahrungsaustausch bot am Nachmittag, Beirats-Mitglied
Alexander Pfeiffer (Rechtsanwalt und Notar) einen Workshop zur
Vorstandshaftung an, der ein Stück praktische Arbeit des FK
präsentierte.
Nach diesem Info-Treff hofft die Arbeitsgemeinschaft größerer deutscher
Sportvereine jetzt auf stärkeren Zuwachs aus den neuen Bundesländern um
das Netzwerk des Freiburger Kreises in kleinen Schritten ausbauen
können. Silvia Glander: „Mit Recht kann ich sicher behaupten, auch wir
haben dazugelernt.“
|